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"Menschen mit HIV leben mitten unter uns – und haben immer bessere Aussichten, bei guter Gesundheit alt zu werden"
In den 30 Jahren seit dem Beginn der weltweiten AIDS-Pandemie hat sich viel verändert, doch Stigmatisierung und Diskriminierung sind nicht überwunden.
HIV-bezogene Stigmatisierung und Diskriminierung können die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität von Menschen, die mit HIV leben, stark beeinträchtigen. Gleichzeitig behindern sie – wie sowohl Praxis als auch Wissenschaft zeigen – Erfolge der HIV-Prävention, z.B. die Reduzierung von Neuinfektionen. Der Wuppertaler Arbeitskreis Welt-AIDS-Tag fordert zum Welt-AIDS-Tag eine umfassende Akzeptanz für Menschen mit HIV, insbesondere am Arbeitsplatz.
Aus einer anfangs tödlichen Erkrankung ist in Deutschland eine behandelbare chronische Infektion geworden, mit der bei guter fachärztlicher Begleitung das Erkrankungsbild Aids verhindert werden kann. Menschen mit HIV erreichen wieder eine weitgehend normale Lebenserwartung. Durch die wirksamen Medikamente kann das Virus im Körper zudem so effektiv kontrolliert werden, dass es auf sexuellem Weg nicht mehr übertragen werden kann.
Dank des medizinischen Fortschritts haben sich somit die Lebensperspektiven für Menschen mit
HIV dramatisch verbessert. Im sozialen Miteinander stoßen Menschen mit HIV aber immer noch auf aus der Vergangenheit stammende irrationale Ängste, Mythen und Unwahrheiten. Michael Jähme, Sozialpädagoge bei der AIDS-Hilfe Wuppertal möchte erreichen, dass die Bilder vom Leben mit HIV realitätsnäher werden: "Ich lebe seit 21 Jahren mit der HIV-Infektion, ich habe ein paar Beeinträchtigungen, mit denen ich zurecht komme. Aber viele Menschen haben noch ein Bild von AIDS aus der Vergangenheit im Kopf. Das Leben mit HIV hat sich stark verändert, das muss breiter bekannt werden, damit Vorurteile und Stigmatisierung verschwinden."
Zwei Drittel der ca. 70.000 Menschen mit HIV in Deutschland arbeiten. Die wenigsten davon outen sich am Arbeitsplatz. In Wuppertal halten alle HIV-Positiven, die zur AIDS-Hilfe in Kontakt stehen, ihre Erkrankung geheim. Denn obwohl im Job kein Infektionsrisiko besteht, werden HIV-Positive immer noch diskriminiert und gemobbt. Grundlos droht ihnen der "Karriereknick" oder gar eine Kündigung. Nichts davon müssen Betroffene tatenlos hinnehmen, denn HIV ist kein Kündigungsgrund. Die meisten HIV-Positiven möchten weiter arbeiten und die gleichen Chancen auf beruflichen Erfolg erhalten, wie andere Menschen auch.
Karin Hoeltz, AIDS-Koordination Stadt Wuppertal betont: "30 Jahre nach Beginn der weltweiten AIDS-Epidemie im Jahr 1981 ist ein nachhaltiges Aufklären über die HIV-Infektion, ihre Übertragungswege und wirksame Schutzmöglichkeiten, Abbau von unberechtigten Ängsten gegenüber HIV-Positiven und die konkrete Unterstützung und Beratung von Betroffenen eine bleibende Herausforderung für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem."
Nachfragen und weitere Informationen: Michael Jähme, Telefon: 02 02 - 45 00 03,
E-Mail: m.jaehme(at)aidshilfe.wtal.de, siehe auch
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